DNA: Antirassistisch

2–3 Minuten

Willkommen auf der Reise durch die missverstandene Schöpfungsgeschichte. Dieser Beitrag ist der dritte von vier geplanten Beiträgen rund um das Thema Schöpfungsgeschichte. Beitrag. Ich will damit zeigen, dass sie vielmehr Tiefe hat, als wir uns vielleicht gewohnt sind. Falls ihr die vergangenen Artikel noch nicht gelesen habt, empfehle ich euch diese wärmstens noch zu lesen. Falls ihr den letzten Beitrag auf keinen Fall verpassen wollt, lass gerne ein Abo da.

Foto von MJH SHIKDER auf Unsplash

In der Vergangenheit war nicht alles schlecht

Wer bereits einige meiner Beiträge gelesen hat weiss, dass ich gerne theologische Ansichten der Vergangenheit kritisiere. Ich glaube, das ist auch nötig. Schliesslich wurden so Haltungen und Ansichten vertreten die schlicht und einfach menschenverachtend sind. Das soll, gerade aus christlicher Sicht, heute kritisiert werden. Umso spannender ist es, dass ich heute einmal die theologischen Haltungen der Vergangenheit loben werde. Im 18. Jahrhundert stellte man sich in der aufkommenden Säkularisierung und der entstandenen Evolutionstheorie die Frage, warum wir Menschen auf unterschiedlichen Kontinenten anders aussehen. Dabei gab es im Grossen und Ganzen zwei prägende Strömungen. Die eine vertrat die Ansicht, dass Menschen unterschiedlicher Kontinente von verschiedenen Ursprüngen abstammen. Diese Gruppe kann man heute als polygenistisch bezeichnen Die andere Strömung vertrat hingegen die Ansicht, alle Menschen stammen von derselben Menschenart ab. Sie bezeichnet man als monogenistisch.

Die polygenetische Strömung begründete ihre Haltung oft sehr wissenschaftlich. Daraus resultierten allerdings stark rassistische Ressentiments. So glorifizierte man die europäische Abstammung, während dem man vermutete afrikanische oder asiatische Abstammungen schlechtredete.

Die monogenistische Strömung wurde meist von religiösen Menschen vertreten, die für ihre Argumentation die biblische Schöpfungsgeschichte verwendete.

Gott machte aus einem einzigen Menschen alles Menschenvolk, zu beleben das ganze Antlitz der Erde, bestimmte die Rhythmen der Zeit und begrenzte die Räume zum Leben.

Apostelgeschichte 17, 26 / Bibel in gerechter Sprache

Für sie war klar: Wenn wir Menschen alle von Adam und Eva abstammen, müssen wir auch alle derselben Art entsprechen. Gewissermassen bot in diesem Diskurs die Schöpfungsgeschichte einer rassistischen Denkweise die Stirn.

Und heute?

Was damals als Glaubensüberzeugung galt, wird heute durch die Genetik bestätigt: Heute herrscht in der Wissenschaft Konsens: Wir Menschen sind genetisch zu 99,9% miteinander verwandt. Wir stammen alle derselben Menschenart ab. Eines aber können wir aus diesem Diskurs der Vergangenheit mitnehmen: Die biblische Schöpfungsgeschichte argumentierte gegen rassistische Vorstellungen. Dieses Potential hat sie noch heute.

Der Schöpfungsmythos lädt uns dazu ein, in Adam und Eva ein Bild der Gemeinsamkeit zu finden. Dabei ist klar, dass es sich um ein symbolisches Bild handelt. Die Aussage aber bleibt gleich. Wir Menschen sind miteinander verwandt. Keine Hautfarbe, keine Herkunft und keine Distanz ändert etwas daran, dass wir zusammengehören. Versteht man sich in der Tradition der Schöpfungsgeschichte gibt es keinen Platz für völkische Ideologien, Nationalismus oder Fremdenhass. Schliesslich bin ich mit Menschen aus anderen Kulturen genauso verwandt, wie ich es mit meiner Nachbarin bin. Wenn ich Christinnen und Christen in den Vereinigten Staaten sehe denke ich mir, dass dieser Strömung ausnahmsweise etwas mehr Textnähe guttun würde.


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